Manoel Nunes

 Fotonachweis: Paul Koop

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Tropisches Arkadien – Die Neuen Menschen


Ich möchte mit meiner Arbeit neben der Darstellung der sozialen  Realität auch über die Schönheit, über eine Ästhetik erzählen, über das, was ebenfalls wichtig ist: Über die Art des Seins des brasiliani-
schen Volkes und ihrer Metasprache(?), die in diesem kulturellen Raum existiert. Vielleicht jene Zeichen, ebenfalls ein Dialog zwischen Vergan-
genem und Gegenwärtigem. Was wissen wir über all die Dinge, die uns umkreisen. Jeder Gegenstand auch in der Kunst, eine endlose Brücke zwischen Betrachter und Künstler, ein Tunnel zwischen Welten. Ich spreche hier als Mensch über die Menschen und worüber wir an meisten zu verstehen glauben...über unser Gefühl. Ein Wissen, das uns  vor Gefahren beschützt, uns treibt und uns die Schönheit erkennen lässt. Es ist die Logik der Unlogik. Es ist das Licht und der Schatten. Ein Spiegel ohne Auge. Die Liebe?




Die Reise durch alle Orte, wie ich es geplant hatte, war zeitlich nicht möglich. Große Städte wie Rio oder Sao Paulo, habe ich vermieden. Mein Ziel war es, nicht das Erfassen des gesamten geo-politischen Territoriums Brasiliens, jedoch eine tiefere  mensch-
liche Erkenntnis, die man nur aus der Nähe erfahren kann. Diese Menschen habe ich an Orten gefunden, wo sie ihren natürlichen Bio-Rhythmus noch besaßen, der nicht von der Völlerei der modernen Zivilisation zerfressen war.


Ana Teresa Matos Farias ( pdf: 650 kB )

Adriele Santiago Cardoso ( pdf: 600 kB )

 

Die Neuen Menschen von denen ich rede, die Motive meiner Begeisterung, von denen habe ich Bilder gemacht, Menschenportraits... wie Gilberto Freyre in seinem Buch ( Casa Grande e Senzala ) über den Einfluss der afrikanischen Kultur auf die brasiliani-
sche am besten beschreibt:

"...dieser Einfluss macht sich in unserer Zärtlichkeit, unserer übertriebenen Ausdrucksfähigkeit, unserem in Gefühlen schwelgenden Katholizismus, unserem



Gang, unserer Musik und in allen unseren wesent-
lichen Lebensäußerungen bemerkbar. Es ist der Einfluss unserer schwarzen Kindermädchen oder Ammen, die uns in den Schlaf wiegten, die uns die Brust gaben, die uns mit dem eigenhändig bereiteten Brei fütterten. Es ist der Einfluss der alten Frau, die uns Kindern von Geistern und Tieren erzählte, des Mulattenmädchens, das uns von unserem ersten 'bicho de pé' (eine Flohsorte) erlöste, das uns beim Knarren des Feldbetts die Liebe lehrte ... des Negerjungen, der unser erster Spielkamerad war.“
Concita Voss ( pdf: 600 kB )
 


Die Augen des Projekts:
Super-Angulon 5,6/90 XL
, Apo-Symmar 5,6/150 L,
Apo-Symmar 5,6/210 L

Kamera: Arca Swiss Monolith  4x5“.
Licht:  Broncolor.
Filmentwicklung und Scans: Megalab AG - Köln.
Kameraassistent / Making Off Fotos : Paul Koop

Alle Portraits wurden mit den drei Schneider-Objektive gemacht.
Es war mir sehr wichtig, die Bilder authentisch wiederzugeben.

Manoel Nunes

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